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Arbeitswelt

Spanien sagt: Schluss mit dem Ferienwohnung-Wahnsinn!

16. Sep 20253 Min. Lesezeit

Über 50.000 illegale Unterkünfte fliegen von den Plattformen – damit Wohnen wieder bezahlbar wird

Wer in Spanien eine Wohnung sucht, kennt das Problem: Die Mieten steigen, die Wohnungen werden knapp – und während immer mehr Familien aus ihren Vierteln verdrängt werden, ziehen Touristen in hübsch hergerichtete Ferienwohnungen. Damit soll jetzt Schluss sein. Spaniens Regierung will über 53.000 dieser Unterkünfte von den großen Buchungsplattformen löschen lassen.

Es geht um Wohnungen, die eigentlich gar nicht vermietet werden dürften. Sie erfüllen nicht die gesetzlichen Vorgaben, haben keine gültige Registrierung – und sind trotzdem online buchbar. Ministerpräsident Pedro Sánchez spricht von „Tausenden Unregelmäßigkeiten“. Diese Wohnungen sollen jetzt vom Markt verschwinden – und stattdessen wieder denen zur Verfügung stehen, die wirklich ein Zuhause brauchen.

Das Ziel: Städte zum Leben, nicht für Selfies

Die Regierung will mehr als nur ein paar Einträge löschen lassen – sie verfolgt ein größeres Ziel: Wohnraum soll wieder Wohnraum sein. Keine Geldmaschine für Investoren, keine Partyzone für Wochenendtouristen. Viel zu lange wurde hingenommen, dass Innenstädte zur Kulisse für den Massentourismus verkommen, während Einheimische immer weiter an den Rand gedrängt wurden.

Besonders betroffen sind Reise-Hotspots wie Sevilla, Barcelona, Málaga oder Madrid. Dort ist der Druck auf dem Wohnungsmarkt besonders hoch. Der Grund: Immer mehr normale Wohnungen wurden über die Jahre zu lukrativen Feriendomizilen umfunktioniert – mit gravierenden Folgen für die Menschen, die dort leben wollen.

Dabei gibt es schon seit Juli klare Regeln: Wer eine Ferienwohnung betreiben will, braucht eine offizielle Registrierungsnummer. Und genau daran scheitern viele Anbieter – weil ihre Wohnungen die Voraussetzungen nicht erfüllen. Jetzt zieht die Regierung die Konsequenzen.

Die Geduld der Menschen ist am Ende

Die Wohnungsnot in Spanien ist kein neues Thema – aber die Stimmung kippt. Anfang April sind zehntausende Menschen in verschiedenen Städten auf die Straße gegangen. Ihre Forderung: Wohnraum darf kein Spekulationsobjekt mehr sein. Keine Ferienwohnungen in jedem Haus, keine Investoren, die gleich ganze Wohnblocks aufkaufen, um sie an Touristen zu vermieten.

Viele dieser illegalen Ferienwohnungen entstehen nicht aus bösem Willen, sondern aus Profitgier. Und aus einer Politik, die viel zu lange weggeschaut hat. Während sich die Zahl der Ferienunterkünfte von Jahr zu Jahr erhöht, bleiben die sozialen Wohnungsbauprojekte weit hinter dem Bedarf zurück.

Jetzt will die Regierung gegensteuern. Wohnungen sollen wieder Familien gehören, nicht dem nächsten Gast mit Rollkoffer. Es geht um Lebensqualität – und um das Recht, dort zu wohnen, wo man lebt und arbeitet.

Wohnen, wo andere Urlaub machen? Für viele kaum noch möglich

Es ist traurig, dass es erst so weit kommen musste. Illegale Ferienwohnungen wurden jahrelang toleriert – weil es bequem war, weil es Geld gebracht hat, und weil Tourismus eben immer irgendwie positiv klang. Dabei war längst klar: Wenn jeder zweite Altbau in Barcelona oder Madrid nur noch Urlaubszwecken dient, läuft etwas gewaltig schief.

Es geht hier nicht um Touristenbashing. Es geht um Gerechtigkeit. Wohnraum ist kein Luxus. Es ist ein Grundrecht. Und wer das aushöhlt, darf sich nicht wundern, wenn die Leute irgendwann auf die Straße gehen.

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