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Fensterplatz ohne Fenster – Jetzt hagelt’s Millionenklagen gegen Delta & United!

3. Sep 20252 Min. Lesezeit

Wenn der „Fensterplatz“ zur Wand wird

Man stellt sich einen Fensterplatz im Flugzeug vor: entspannt aus dem Fenster schauen, die Wolken beobachten, die Aussicht genießen. Doch für tausende Passagiere bei Delta Air Lines und United Airlines endete dieser Traum mit einem ernüchternden Blick – auf eine kahle Kabinenwand. Und dafür haben sie auch noch extra bezahlt!

Jetzt haben Sammelklagen in den USA genau das zum Thema: Fensterplätze, die keine sind. Zwei der größten US-Airlines stehen vor Gericht, weil sie angeblich jahrelang Kunden getäuscht haben sollen – mit Folgen, die nicht nur das Vertrauen, sondern auch den Geldbeutel betreffen könnten.

Der Vorwurf: Täuschung im Sitzplan

Die New Yorker Kanzlei Greenbaum Olbrantz hat in Brooklyn (gegen Delta) und San Francisco (gegen United) Klage eingereicht. Sie vertreten hunderte Betroffene und gehen davon aus, dass über eine Million Passagiere pro Airline betroffen sein könnten. Der Vorwurf: Sitze, die in den Buchungssystemen als „Fensterplätze“ gekennzeichnet waren, hatten schlichtweg kein Fenster.

Anwalt Carter Greenbaum bringt es auf den Punkt:

„Wenn Kunden bei United oder Delta Airlines einen Fensterplatz kaufen, erwarten sie verständlicherweise, dass dieser Platz auch ein Fenster hat.“

Doch in vielen Flugzeugen – etwa bei der Boeing 737, 757 oder beim Airbus A321 – fehlen an bestimmten Sitzreihen schlichtweg Fenster, weil dort Technik verbaut ist. Dennoch tauchten diese Plätze im Buchungssystem weiter als „Fensterplätze“ auf.

Betroffene Passagiere: Von Enttäuschung bis Platzangst

Die Klagen sind kein Hirngespinst. Eine Klägerin, Aviva Copaken, buchte bei United drei Fensterplätze – kein einziger davon hatte ein Fenster. Besonders bitter: Copaken leidet an Platzangst und hatte den Fensterplatz bewusst zur Ablenkung gewählt. Einmal bekam sie ihr Geld nicht zurück. Auch Nicholas Meyer, ein Delta-Passagier, saß auf Platz 23F – laut Buchung ein Fensterplatz. In der Realität: graue Wand statt Wolkenkino.

Viele Passagiere zahlen 30 bis 100 Dollar extra für diese Plätze. Kein Wunder also, dass die Forderungen jetzt gewaltig sind: Millionenentschädigungen, Rückzahlungen und vor allem eine klare Kennzeichnung solcher Plätze im Buchungssystem.

Fensterplatz bedeutet Fensterplatz

Was wie ein banaler Buchungsfehler klingt, ist in Wahrheit eine knallharte Geschäftspraxis mit System. Wenn eine Airline jahrzehntelang Sitze bewusst falsch auszeichnet, obwohl sie um die Bauweise ihrer Maschinen weiß, ist das kein Versehen – das ist Kundenverarsche auf hohem Niveau. Wenn die Airlines in den USA jetzt zahlen müssen, dann völlig zu Recht. Und vielleicht ist es auch mal Zeit, dass sich die europäischen Fluggesellschaften den Spiegel vorhalten – Transparenz kostet nichts, kann aber teuer werden, wenn man sie ignoriert.

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