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Mann wird Frau – und geht ins Frauengefängnis? Der Fall Liebich bringt Selbstbestimmungsgesetz ins Wanken

25. Aug 20253 Min. Lesezeit

Vom Neonazi zum „Selbstbestimmer“ – ein Missbrauch mit Ansage?

Der Fall sorgt für Empörung: Eine verurteilte Rechtsextremistin, die bis vor Kurzem noch als Mann im Gefängnis sitzen sollte, ließ ihren Geschlechtseintrag ändern – und soll jetzt in eine Frauenhaftanstalt verlegt werden. Grundlage dafür ist das seit dem 1. November 2024 geltende Selbstbestimmungsgesetz, das eigentlich trans-, intergeschlechtlichen und nichtbinären Menschen mehr Rechte einräumen soll.

Doch bei der Rechtsextremistin Liebich steht nun der Verdacht im Raum, sie habe das Gesetz

gezielt missbraucht, um ihre Haftbedingungen zu beeinflussen – oder das ganze Gesetz ins Lächerliche zu ziehen. Der Fall ist heikel, der Aufschrei groß – vor allem bei der politischen Opposition.

Die Union bläst zum Angriff: „So darf das nicht Schule machen!“

CSU-Politiker Dobrindt sagte dem Stern, niemand könne wollen, dass solche Beispiele Schule machen. Auch Fraktionsvize Krings (CDU) hält das aktuelle Gesetz für viel zu locker – es mache den Geschlechtswechsel „zu einfach“. Mehrere Unionspolitiker fordern daher eine sofortige Reform, um Missbrauch künftig auszuschließen.

Selbst wenn der Schutz von Transpersonen wichtig sei – der Fall Liebich sei ein abschreckendes Beispiel, so CSU-Landesgruppenchef Hoffmann. Hier werde nicht das Grundrecht auf Geschlechtsidentität verteidigt, sondern ein juristisches Schlupfloch zur Strategie gemacht.

Die Ampel bleibt gelassen – und verweist auf 2026

SPD-Politikerin Wegge kontert die Kritik: Eine Überprüfung des Gesetzes sei bereits im Koalitionsvertrag für 2026 vorgesehen – man halte an diesem Zeitplan fest. Schnellschüsse aus politischem Kalkül lehnt die SPD ab. Eine „Evaluierung unter Hysterie“ helfe niemandem – weder den Betroffenen noch dem Rechtsstaat.

Doch der Druck steigt. Denn der Fall Liebich macht eines klar: Das Selbstbestimmungsgesetz hat eine Schwachstelle – und diese wurde nun öffentlich sichtbar.

Was erlaubt das neue Gesetz überhaupt?

Seit November 2024 kann jede volljährige Person beim Standesamt durch eine formlose Erklärung mit Eigenversicherung ihren Geschlechtseintrag ändern lassen – ohne medizinisches Gutachten, ohne Psychologen, ohne Gerichtsverfahren. Die Idee: Weniger Diskriminierung, mehr Selbstbestimmung. Für viele ein überfälliger Schritt.

Doch Kritiker bemängeln: Es gebe keine Sicherheitsmechanismen, um gezielten Missbrauch – etwa im Strafvollzug – zu verhindern. Genau das sehen viele jetzt durch den Fall Liebich bestätigt.

Selbstbestimmung kein Freifahrtschein für Straftäter

Ein Gesetz, das auf Vertrauen baut, ist mutig – aber naiv, wenn es keine Grenzen kennt. Der Fall Liebich zeigt, dass selbst gut gemeinte Reformen instrumentalisiert werden können, wenn man keine Schutzvorkehrungen trifft.

Wer ohne Prüfung einfach erklärt, ein anderes Geschlecht zu haben, muss damit rechnen, dass irgendwann auch Menschen davon Gebrauch machen, die nichts Gutes im Schilde führen. Der Staat darf hier nicht blauäugig zuschauen, sondern muss handeln – nicht 2026, sondern jetzt.

Denn Recht ist nicht nur für die Guten da – sondern muss auch die Lücken für die Schlechten schließen.

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