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Neuer SCHUFA-Score ab 17. März: Verbraucher können ihre Kreditwürdigkeit erstmals selbst berechnen

4. Mär 20263 Min. Lesezeit

Bild: nitpicker/Shutterstock.com

Es wurde viel spekuliert, nach welchen regeln die Schufa ihre Bonitätsbewertung ermittelt. Ab 17. März 2026 soll damit Schluss sein, laut einer Ankündigung der SCHUFA wird sich das System grundlegend ändern.

Die SCHUFA führt einen neuen Bonitätsscore ein, der nach eigenen Angaben deutlich transparenter sein soll. Verbraucher können dann erstmals nachvollziehen, wie ihre Bewertung zustande kommt – und sie sogar selbst nachrechnen.

Der alte Basisscore verschwindet

Mit dem neuen Modell verschwindet der bisherige SCHUFA-Basisscore. Dieser diente bisher als allgemeiner Orientierungswert für Verbraucher, wurde aber nicht direkt an Unternehmen weitergegeben.

Stattdessen kommt ein vereinfachtes System, das nur noch zwölf Kriterien berücksichtigt. Gleichzeitig ersetzt der neue Wert mehrere bisherige branchenspezifische Bewertungen, die beispielsweise für Banken oder Telekommunikationsanbieter unterschiedlich berechnet wurden.

Die Idee dahinter: Ein einheitlicher Score soll verständlicher sein und für Verbraucher leichter nachvollziehbar werden.

Diese zwölf Faktoren beeinflussen die Bewertung

Der neue Score setzt sich aus verschiedenen Punkten zusammen, die zusammen eine Gesamtbewertung ergeben.

Die Schufa nennt die neuen Kirterien auf ihrer Webseite.:

  • Aufgenommene Ratenkredite in den vergangenen 12 Monaten
  • Längste Restlaufzeit aller Ratenkredite
  • Alter des jüngsten Rahmenkredits
  • Zahlungsstörungen
  • Alter des ältesten Bankvertrags
  • Alter der ältesten Kreditkarte
  • Kreditstatus
  • Immobilienkredit
  • Vorliegen einer Identitätsprüfung
  • Alter der aktuellen Adresse
  • Anzahl Anfragen und Abschlüsse für Girokonten und Kreditkarten in den vergangenen 12 Monaten
  • Anzahl Anfragen außerhalb des Bankenbereichs in den vergangenen 12 Monaten

Jedes dieser Kriterien bringt eine bestimmte Anzahl an Punkten. Am Ende ergibt sich daraus eine Bewertung zwischen 100 und 999 Punkten. Je höher die Zahl, desto besser wird die Zahlungsfähigkeit eingeschätzt.

Neuer Online-Account für Verbraucher

Parallel zum neuen Score startet auch ein digitaler SCHUFA-Account. Dort können Nutzer ihren persönlichen Wert kostenlos einsehen.

Um den Zugang zu nutzen, müssen sich Verbraucher zunächst registrieren. Danach ist eine Identitätsprüfung nötig, etwa über den elektronischen Personalausweis oder ein spezielles Bestätigungsverfahren per Brief.

Der Zugang wird allerdings nicht sofort für alle freigeschaltet. Die SCHUFA führt das System zunächst über eine Warteliste ein und informiert registrierte Nutzer per E-Mail, sobald ihr Konto aktiviert wird.

Mehr Transparenz – auch wegen politischem Druck

Die Reform kommt nicht zufällig. Die SCHUFA stand jahrelang in der Kritik, weil ihre Bewertung für viele Menschen eine Blackbox war. Entscheidungen über Kredite oder Mietverträge konnten stark von einer Zahl abhängen, deren Berechnung kaum nachvollziehbar war.

Mit dem neuen System soll sich das ändern. Fehler in gespeicherten Daten lassen sich künftig schneller erkennen und korrigieren.

Kritischer Kommentar

Die angekündigte Transparenz klingt zunächst nach einem großen Fortschritt. Wenn Verbraucher verstehen, wie ihr Score entsteht, können sie Fehler leichter entdecken und ihre finanzielle Situation besser einschätzen.

Doch ein Grundproblem bleibt bestehen: Ein privates Unternehmen bewertet weiterhin die Kreditwürdigkeit von Millionen Menschen – und Banken, Vermieter oder Händler verlassen sich stark auf diese Einschätzung.

Selbst ein transparenter Score ändert daher wenig an der Macht dieser Zahl. Wer dort schlecht bewertet wird, merkt schnell, wie groß der Einfluss eines einzigen Datenwerts auf das eigene Leben sein kann.

Quellen: schufa.de, rbb24.de

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